Aus der medialen Berichterstattung ist uns allen die schwierige finanzielle Lage der Kommunen vor allem im ländlichen Raum bekannt. Besonders Flächengemeinden wie Kirchhain haben aufgrund der Verteilung auf 12 Stadtteile und die Kernstadt einen hohen Aufwands- und Investitionsbedarf, z. B. in Bezug auf die vorhandenen Dorfgemeinschaftshäuser und Feuerwehrstützpunkte. Mittel- und langfristige Perspektiven sind aktuell schwer einzuschätzen. Dennoch muss finanzpolitisches Handeln dem Ziel ausgeglichener Haushalte folgen. Verschuldung darf nur verantwortungsvoll und gezielt eingesetzt werden – etwa für Investitionen in die öffentliche Infrastruktur, die ihrer Werterhaltung und -steigerung dienen. Dabei achten wir auf regionale Wertschöpfung, die uns im Hinblick auf Arbeitsplätze und Steuermittel zugute kommt.
Wir wollen
- eine unangemessene Belastung der Bürgerinnen und Bürger vermeiden. Bei der Anpassung der Grundsteuer A und B haben wir in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung einen Kompromissvorschlag eingebracht, der dann mehrheitlich verabschiedet wurde.
- die Gewerbesteuereinnahmen in Kirchhain durch zusätzliche Firmenansiedlung verbessern. Wir befürworten die Gründung der Kirchhainer Stadtentwicklungsgesellschaft KISEG. Die Vergabe der Flächen im neuen Gewerbegebiet muss vor allem zum Nutzen der Stadt Kirchhain erfolgen. Dabei stehen die zukünftigen zu erwartenden Steuereinnahmen im Vordergrund, nur so kann die Stadt auch in Zukunft ihre Pflichtaufgaben in den verschiedenen Bereichen erfüllen. Wir erwarten hier eine Priorisierung bei der Vergabe der Flächen in Bezug auf Steuereinnahmen, Arbeitsplätze, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit. Im Übrigen ist der große Flächenverbrauch und die Vernichtung landwirtschaftlicher Flächen auch nur so ansatzweise zu begründen.
Um die vorhandenen Gelder gezielt einzusetzen, setzen wir uns dafür ein, dass Projekte auch tatsächlich ausgeführt werden und nicht aufgrund von fehlenden Finanzmitteln verschoben oder gar abgesagt werden. Wir werden gezielt auf die Verausgabung der geplanten Gelder achten. Lieber ein Projekt umsetzen statt zum gleichen Preis fünf neue Projekte nur planen. Verschiebungen und die damit verbundenen Kostenerhöhungen als auch den sich daraus ergebenden geringeren gemeinschaftlichen Nutzen werden wir nicht hinnehmen. Gerade bei den städtischen Gebäuden sehen wir Handlungsbedarf. Wir fordern Investitionen in moderne, kostensparende Technologien wie z.B. Photovoltaik.
Auch bei der für unsere Stadt so wichtigen Verwaltung müssen in den kommenden Jahren Veränderungen vorgenommen werden, die ein schnelles und zielgerichtetes Handeln ermöglichen. Entsprechende konstruktive Vorschläge werden wir permanent einbringen.
Der Verkehrsraum gehört allen Verkehrsteilnehmern! Deswegen fordern wir eine faire Aufteilung der öffentlichen Fläche, damit sich jede Person frei und sicher für ein Verkehrsmittel entscheiden kann. Für viele Menschen auf dem Land ist das Auto notgedrungen immer noch das einzig mögliche Fortbewegungsmittel. Wir setzen uns daher nachdrücklich für den Ausbau und die Stärkung des ÖPNVs ein. Die Freiheit, nicht ausschließlich auf das Auto angewiesen zu sein, ist für uns zentral. Als Daseinsfürsorge wollen wir den Ausbau des Busverkehr innerhalb der Kernstadt und zwischen den Stadtteilen. Niemand soll für das Einkaufen oder den Weg zum Bahnhof auf ein Auto angewiesen sein! Wir setzen uns für eine Trennung von Auto-, Rad- und Fußverkehr ein, wenn der Platz vorhanden ist.
Auf gemeinsamen Verkehrswegen gilt als Maxime der Schutz der Schwächsten. Explizit kämpfen wir weiter für
- einen Radweg Kirchhain-Stadtallendorf und das Radwegenetz in der Kernstadt
- eine intelligente und barrierefreie Lösung am Viadukt Langensteiner Straße,
- die Verlegung und Neugestaltung des Bahnhaltes in Anzefahr
- die physische Verkehrsberuhigungen an den Ortseingängen der Stadtteile.
Eine moderne Gemeinschaft ist menschennah und nachhaltig. Wir stellen den Bürgerinnen und Bürgern das digitale Bürgeramt zur Verfügung. Anträge können so bequem von zuhause und zu jeder Tageszeit bearbeitet werden. Eine analoge Alternative mit deutlich reduzierten Personalkosten soll erhalten bleiben.
Bei der Schaffung von neuem Wohnraum setzen wir auf eine Entwicklung im Innenbereich. Wir sehen keinen Automatismus in der Ausweisung neuer Baugebiete am Ortsrand. Wir haben in Kirchhain genügend Flächen, die entsprechend entwickelt werden können. Der Flächenverbrauch für immer neue Bau- und Gewerbegebiete sowie für die kommunale Wärmeplanung im Außenbereich muss deutlich reduziert werden, um der Landwirtschaft nicht immer mehr Flächen zu entziehen. Wir fordern die Umsetzung der EU Verordnung zur Wiederherstellung der Natur ein.
Klimaschutz, Umwelt- und Naturschutz müssen gemeinsam gedacht werden. Klimaanpassungsmaßnahmen sind auch Umwelt- und Naturschutz und sichern die Lebensgrundlage der Menschen.
Umweltschutz ist Menschenschutz. Naturschutz bedeutet, die Nutzung von Böden und Gewässern zu überwachen und zu erkennen, wenn es zu nachteiligen Veränderungen kommt. Was wir heute sehen, ist ein Rückgang der Artenvielfalt und ein Schwund der Biodiversität. Umso wichtiger ist es, die noch vorhandenen, ökologisch wertvollen Flächen für zukünftige Generationen zu bewahren und der Natur Raum zurückzugeben. Für die Natur unersetzliche Bereiche wie die renaturierte Wohraaue, das Naturschutzgebiet Erlensee und das Vogelschutzgebiet Amöneburger Becken sind eine kleine Auswahl. Wir unterstützen die Pflege und die Ersatzpflanzungen auf den Streuobstwiesen und setzen uns für die Vermarktung des Obstes auf einem Regionalmarkt ein. Mit einem zusätzlichen Angebot von regionalen Produkten werden wir die Innenstadt der Marktstadt Kirchhain stärken.
Wir sehen und erleben, wie das Klima immer widriger wird. Die Sommer werden heißer und die Trockenheit setzt der Land- und Forstwirtschaft in nie geahnter Weise zu. Der Wassermangel und die Temperaturerhöhung haben unseren Wald nachhaltig und für alle sichtbar geschädigt. Wir fordern zukunftsfähige Konzepte für die Land- und Forstwirtschaft wie die Auswahl klimaresilienter Pflanzen, die Wiedereinführung der Ackerrandstreifen und die Förderung des Konzeptes “Agroforst”. Die Zeit dafür drängt. Der Artenrückgang und besonders das Insektensterben müssen uns wachrütteln. Die Erhaltung der Biodiversität in allen Lebensräumen ist eine für den Menschen entscheidende Existenzgrundlage. Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Das neu in der Stadtverwaltung gegründete Klimamanagement hat seine Arbeit aufgenommen. Klimaanpassungsmaßnahmen werden nun erarbeitet und umgesetzt. Für den städtischen Bereich sind konkrete Maßnahmen geplant für die Entsiegelung von Flächen, wie zum Beispiel am Brüder-Grimm-Platz, die Stadtbegrünung in der Innenstadt und den Erhalt der natürlichen Kaltluftzufuhr in den Wohngebieten. Für die immer heißer werdenden Innenstädte sind nun auch in Kirchhain zwei Trinkwasserbrunnen aufgestellt. Wir fordern, vorhandenes Stadtgrün und Gehölzbestände in den Gärten als ökologisch wertvolle Bereiche im Stadtgebiet zu erhalten.
Kirchhain soll weiter blühen und eine lebenswerte Wohnstadt im Grünen sein, umgeben von einer ökologisch wertvollen Kulturlandschaft. Im Innenstadtbereich mit dem Programm „ Kirchhain blüht“ und der Anpflanzung von Stadtgrün und im Außenbereich mit der Pflege und dem Erhalt einer Kulturlandschaft mit Hecken und Streuobstwiesen. Wir unterstützen die ehrenamtliche Tätigkeit der Bürgerinnen und Bürger bei Naturschutzmaßnahmen wie der Pflege der Streuobstwiesen.
Wir sehen regenerative Energien als den Standard des heutigen und zukünftigen Lebens an und unterstützen damit die Wertschöpfung vor Ort. Wo möglich und wirtschaftlich tragbar, unterstützen wir auch die Etablierung von Nahwärmenetzen und die Gründung von Energiegenossenschaften. Durch das ehrenamtliche Engagement von Bürgerinnen und Bürger ist die Errichtung von Nahwärmenetzen im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung geplant. Für den Bereich der Kernstadt unterstützen wir die Gewinnung von Abwasserwärme aus der zentralen Kläranlage als einen wesentlichen Ansatz für die Wärmewende und die Versorgung des ‚Dörfchens‘ mit Wärme. Auch Lärmschutz ist für unsere Stadt von Bedeutung. Hier hat der von den Fachbehörden beim Regierungspräsidenten vorgelegte Lärmaktionsplan deutlich auf die besonders von Lärm betroffenen Bereiche in der Stadt hingewiesen. Wir fordern die Analyse der Daten und die Erstellung eines Konzepts zur Verbesserung der Situation für die Anwohnerinnen und Anwohner. Aufgrund der Trockenheit der letzten Jahre in und der zunehmenden Förderung von Trinkwasser scheint es unsicher, ob wir in Zukunft noch ausreichend Trinkwasser haben werden. Viele Bäche sind bereits jetzt ausgetrocknet und neuere Untersuchungen zeigen ein Absinken des Grundwasserspiegels in tieferen Schichten. Es sollte nur so viel Wasser entnommen werden, wie sich auch neu bilden kann. Die Stadt Kirchhain trägt mit dem Wasserwerk Wohratal eine besondere Verantwortung. Die Fördermengen wurden in den letzten Jahren von 7 Mio. Kubikmeter in 2015 auf 9 Mio. Kubikmeter pro Jahr erhöht. Wir wehren uns gegen eine weitere Förderung von Trinkwasser aus zusätzlichen Brunnen. Trinkwasser muss ressourcenschonender eingesetzt und Alternativen zum steigenden Verbrauch gefunden werden. Für die Grundwasseranreicherung ist es wichtig, die immer häufiger bei Starkregenereignissen anfallenden Wassermengen auf Retentionsflächen zurückzuhalten und zu versickern. Dies gilt im städtischen Bereich, aber besonders auch im Bereich der Land- und Forstwirtschaft. Dafür müssen die benötigten Flächen bereitgestellt werden.
Wir setzen uns für bedarfsgerechte Angebote für Kinder, Jugend, Familien, Senioren und Zugewanderte in unserer Stadt und allen Stadtteilen ein. Dazu bedarf es ständiger Überprüfung der Strukturen und Überarbeitung der Angebote. Unsere Kitas müssen mit genügend Personal ausgestattet sein, um die notwendigen familienfreundlichen Öffnungszeiten abdecken zu können. Die Jugendbetreuung im Kinder- und Jugendzentrum (JUKUZ) und die Kooperation mit unseren Schulen muss die ständig wechselnden Herausforderungen meistern können. Wir begrüßen die Einrichtung eines Jugendbeirates, der eine Verbindung zwischen den Vorstellungen der Jugendlichen und der politischen Gremien herstellt, ausdrücklich und werden ihn dabei unterstützen. Auch in der Familien- und Migrantenbetreuung sollten noch mehr Angebote, Beratungen, Freizeitgestaltung unter Einbeziehung des Familienzentrums, aber auch dezentrale Angebote bereitgestellt werden. Wir setzen auf die Kooperationen mit Vereinen, Initiativen (und Ehrenamtlichen) um das umfangreiche Wissen und die Einsatzbereitschaft für ALLE erfahrbar zu machen. Für die Seniorenarbeit und deren Themen inklusive Treffpunkte, Digitallotsen, Sport- und Freizeitangebote ist der Seniorenbeirat einzubeziehen. Das kulturelle Angebot mit Kino, Hess. Landestheater, Lesungen und kulinarischen Veranstaltungen belebt die Kirchhainer Innenstadt. Wir setzen uns für eine Ausweitung dieser Angebote auf die Stadtteile ein, um dort die Kulissen und interessante Örtlichkeiten besser nutzen zu können. Wir werden den Aufbau des Energetikums im Bereich der großen Mühle vorantreiben. Mit der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) wurde die Schulstadt Kirchhain in Bildung, Wissenschaft und Technik gestärkt, eine Ausweitung auf das Energetikum wird hierbei auch die Innenstadt beleben. Die Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen bietet gute Chancen für eine Umsetzung und fördert die Akzeptanz der angebotenen Veranstaltungen in der Bevölkerung. Kirchhain hat mit seinen Vereinen, Spiel- und Sportplätzen, Fahrrad- und Wanderwegen vielfältige Möglichkeiten zur Sport- und Freizeitgestaltung. Damit das so bleibt, braucht es die finanziellen Mittel zum Erhalt und zum Ausbau der vorhandenen Strukturen - dafür stehen wir.
Um unsere bekannten ökologischen und sozialen Grundsatzpositionen umsetzen zu können, sind politische Mehrheiten nötig. Wir GRÜNE übernehmen Verantwortung für das Kirchhain von morgen . Hierfür stehen erfahrene und neue Kandidat*Innen auf unserer Liste zur Verfügung!
1. Helga Sitt, 73
Rentnerin
2.Bernt Klapper 68
Rentner
3. Efi Kaioglidou, 68
Rentnerin, Anzefahr
4. Bernd Bierwirth, 57
Applikationsingenieur (FH)
5. Uli Balzer, 46
Unternehmer, Niederwald
6. Dr. Max Schwetz, 35
Auszubildender (Patentanwalt)
7. Timothy Brock, 21
Student (Politikwissenschaften)
8. Wilma Böhm, 67
Yogalehrerin
9. Max Wieber, 21
Student (Physik & KI)
10. Michaela Weickelt, 60
Diplom Betriebswirtin
11. Achim Lunau, 59
Diplom Pädagoge, Kleinseelheim
12. Barbara Wolf, 80
Rentnerin
13. Dr. Reinhard Eckhorn, 83
Pensionär
14. Ursula Lunau, 56
Diplom Pädagogin, Kleinseelheim
15. Frank Riedl, 63
Ingenieur
16. Ingrid Nau, 72
Rentnerin
Kirchhain, 07.11.2025 – Der Stadtverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kirchhain hat im Bürgerhaus seine Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl am 15. März 2026 gewählt. Insgesamt 16 Bürgerinnen und Bürger treten an, um sich in der Stadtverordnetenversammlung für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklung Kirchhains einzusetzen. Dabei wurde besonderen Wert auch auf die Vertretung aus den Stadtteilen gelegt. In geheimer Wahl wurde folgende Liste beschlossen (Plätze 1 bis 16): Helga Sitt, Bernt Klapper, Efi Kaioglidou, Bernd Bierwirth, Ulrich Balzer, Maximilian Schwetz, Timothy Brock, Wilma Böhm, Max Wieber, Michaela Weickelt, Achim Lunau, Barbara Wolff, Reinhard Eckhorn, Ursula Lunau, Frank Riedel, Ingrid Nau. Der Stadtverband begrüßt ausdrücklich die Bereitschaft aller Kandidierenden, Verantwortung vor Ort zu übernehmen. Die Mischung aus erfahrenen und neuen Mitgliedern soll eine starke Grundlage für die kommende Wahlperiode bilden. Zentrale Punkte aus dem Wahlprogramm 2026 für die sich die Kirchhainer Grünen stark machen:
– Der Ausbau des Radverkehrs in der Kernstadt sowie die Fertigstellung des Radwegs nach Stadtallendorf.
– Unterstützung der Kommunalen Wärmewende und Begleitung der geplanten Wärmeversorgung aus Abwärme der Kläranlage.
– Belebung der Innenstadt durch die Initiative für einen Regionalmarkt oder Regionalladen, gemeinsam mit den anderen Fraktionen.
– Weiterentwicklung des Gewerbegebiets Ost durch die neue Stadtentwicklungsgesellschaft zur Stärkung der städtischen Finanzen.
– Fortführung der Planungen zu einem „Energetikum“ in der Deutschordensmühle: Das Mitmachmuseum im Energiebereich soll langfristig ein Bildungs- und Besucherprojekt werden, das Schulen, THM und Innenstadt gleichermaßen stärkt.
- Verantwortung für eine gute Kinderbetreuung, Jugendlichen Raum zur Entwicklung bieten, Seniorenprogramme und Integrationsprojekte für unsere neuen Mitbürger.
- Das steht ebenso auf der Agenda wie die Stadtbegrünung und weitere Projekte im Naturschutz, Streuobstwiesen und Waldmanagement.
Der Stadtverband blickt zuversichtlich auf die Kommunalwahl und startet mit einem
engagierten Team in die kommenden Monate.
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